Mittwoch, 26. August 2015

Isla Holbox

Vergangenes Wochenende stand endlich unser erster Wochenendtrip an. Freitagmorgen um 5 ging es mit dem Bus los nach Holbox, das ist eine Insel nördlich vor Yucatán. Von Mérida aus erreicht man nach etwa fünf Stunden die Küste und fährt dort mit einer Fähre weiter. Die Insel besteht nur aus Sand und es gibt auch keine Autos dort, das allgemeine Fortbewegungsmittel sind Golfcarts.

Nach einer kurzen Siesta in unserem kleinen aber feinen Hotel teilten wir uns auf kleine Boote auf, mit denen wir die Umgebung erkundeten. Das Boot teilten wir uns mit sieben Mexikanern, die uns die ganze Fahrt über mit Bier versorgten. Bei einem Stopp auf einer kleineren Insel, auf der wir in einer wunderschönen Süßwassercenote baden konnten, hatte bei ihnen auch die Rettung des Bieres vor eventuellen Wasserspritzern oberste Priorität. Salva la cerveza! Wir hatten einen sehr lustigen Nachmittag; abends aßen wir dann in einem kleinen Restaurant in der Stadt und ließen den Tag gemütlich am Strand ausklingen.
 




Am nächsten Morgen hieß es früh aufstehen, denn das Highlight der Reise stand an: schwimmen mit Walhaien! Zwar sollten wir gegen 7 losfahren, aber mexikanische Uhren ticken ja etwas anders als unsere. Etwa eine dreiviertel Stunde später saßen wir dann endlich in den Booten und machten uns auf den Weg. Während der Fahrt konnten wir viele Delfine, Rochen und Pelikane sehen.  Nach zwei Stunden kamen wir dann endlich an der Stelle an, an der wir ins Wasser gehen konnten um mit den Walhaien zu schnorcheln, also streiften wir uns Taucherbrille & Flossen über und dann hieß es ab ins Wasser. Mit dem was uns hier erwartete hatten wir nicht gerechnet! Wir fanden uns Auge in Auge mit einem riesigen Fisch wieder. Bis zu 13 Meter können Walhaie erreichen, sie fressen Plankton und sind daher für Menschen ungefährlich. Besonders auffällig ist auch ihre Haut, die dunkelbraunen Walhaie sind mit weißen Punkten übersät. Ungefähr 15 Minuten konnten wir immer zu zweit mit den Giganten im Wasser verbringen. Es war allerdings gar nicht so leicht mit ihnen „Schritt“ zu halten. Trotzdem war das Gefühl, dem größten Fisch der Welt so nahe zu sein, unglaublich und wir konnten seine Schönheit in vollen Zügen genießen.


 
 

Auf der Rückfahrt Richtung Insel machten wir noch einen Stopp in einer Bucht mit herrlich blauem Wasser und schneeweißem Sand.


 
Wieder auf Holbox angekommen erkundeten wir die Insel per Golfcart. Man fühlte sich wirklich wie im Paradies, durch die sich aneinanderreihende Sandstrände, Flamingos, Palmen und das Meer, das in allen möglichen Blautönen in der Sonne glitzert. Den letzten Abend verbrachten wir dann bei einer Party am Strand mit Lagerfeuer, lateinamerikanischer Musik und einem atemberaubenden Sternenhimmel.
 

 

 
Am nächsten Tag mussten wir uns dann leider schon wieder von Holbox verabschieden. Wir verbrachten den Vormittag am Strand und genossen die Sonne. Nachdem wir uns mit Quesadillas gestärkt hatten, brachen wir gegen 14:00 Uhr wieder nach Mérida auf. Hier kamen wir um circa 22:00 Uhr glücklich und mit vielen wunderschönen neuen Erinnerungen, aber leider auch mit einem heftigen Sonnenbrand (Sonnencreme ist schädlich für die Walhaie deswegen durften wir uns nicht eincremen), wieder in unserem Haus an.
 

Wer Ruhe, paradiesische Strände und eine atemberaubende Natur sucht, für den ist Holbox genau das Richtige und auf jeden Fall eine Reise wert!
 
Bis bald,

Becky & Laura

Donnerstag, 20. August 2015

Viva la Vida - Alltag

Sprache

Das mexikanische Spanisch unterscheidet sich vom spanischen Spanisch, was dazu führt dass sogar die spanischen Austauschstudenten in manchen Vorlesungen nicht alles verstehen! Teilweise werden hier komplett andere Wörter für dieselben Dinge verwendet. Außerdem benutzen die Mexikaner viele Schimpfwörter wie "cabrón" (Idiot), "puta/puta madre" (Schlampe), "pendejo", und viele weitere. Meistens sind diese aber nicht böse gemeint, Jungs verwenden "cabrón" teilweise als Synonym für "Kumpel" und lassen vulgäre Ausdrücke oft in ihre Sätze einfließen.
 

Essen

Das Essen hier ist ein Traum! Von Nachos über Quesadillas bis hin zu Tacos ist alles wahnsinnig gut. Die Mexikaner essen zwar allgemein sehr viel Fleisch und Fisch (was für uns als Vegetarier eher weniger vorteilhaft ist), aber auch wenn man die Gerichte ohne Fleisch bestellt, kommt man voll auf seine Kosten.
Zu fast allem werden verschiedene Salsa-Dips serviert (von nicht scharf bis zu duwirstniewiederetwasschmeckenweilessohöllischscharfist).

Ziemlich stolz sind die Mexikaner auf ihren Tequila, der hier auch sehr oft getrunken wird, als Shot, Margarita und auch als Longdrink. Ebenfalls echt leckere (alkoholfreie) Getränke sind Horchata (aus Wasser, Reis, Zucker, Zimt und Vanille - klingt komisch, schmeckt aber wirklich gut) und Jamaica (aus Hibiskusblüten).
Demnächst werden wir noch mehr typische Gerichte probieren, da uns unsere Freunde angeboten haben traditionell mexikanisch für uns zu kochen. Darauf freuen wir uns jetzt schon sehr!

Ananas-Mango-Cocos Smoothie
Lebensmittel kosten hier im Allgemeinen ähnlich viel wie in Deutschland. Früchte jedoch sind billiger, aber trotzdem viel besser als in Deutschland, da sie alle frisch und saftig sind. Das System der Supermärkte haben wir jedoch noch nicht ganz durchschaut, bevor man einkaufen kann muss man seinen Rucksack abgeben, Handtaschen mit in den Supermarkt zu nehmen ist aber okay. Außerdem gibt es spezielle Mitarbeiter die an der Kasse das Essen in Tüten packen. Letzte Woche haben uns diese Männer sogar einen Einkaufswagen mit nach Hause gegeben, weil wir so viel zu tragen hatten. Eigentlich ist das nicht gestattet, aber bei Ausländern drückt man hier gerne mal ein Auge zu. Auch die vorbeifahrenden Polizisten interessierte es nicht, dass wir mit einem Einkaufswagen durch die Straßen spazierten. Der Wagen steht jetzt in unserer Einfahrt und wartet auf seinen nächsten Einsatz.
Ein Restaurantbesuch wiederum viel billiger als zu Hause. Getränke kosten circa 1€ - 1,50€ und für eine Hauptspeise bezahlt man zwischen 3€ und 4€.


Pünktlichkeit & Gastfreundschaft

Mit der Pünktlichkeit nehmen es die Mexikaner nicht so genau, allgemein herrscht hier eine sehr entspannte Lebensweise. Verabredet man sich für 22:00 Uhr ist es gut möglich, dass die Mexikaner erst eine Stunde später auftauchen. Auch in der Uni ist es normal wenn man erst zwanzig Minuten später als vorgesehen mit der Vorlesung anfängt.

Mexiko ist ein sehr gastfreundliches Land. Dies beginnt bei der Begrüßung durch einen Kuss auf die Wange und hört beim Anbieten von Hilfe in allen Lebenslagen auf. Unsere Klassenkameraden bieten uns beispielsweise sowohl jeden Abend an uns nach der Uni nach Hause zu fahren, als auch uns bei unseren Tareas (Hausaufgaben) zu unterstützen.
 

Nachtleben

Mexis wissen wie man feiert! Es gibt sowohl Clubs wie man sie in Deutschalnd kennt (Electro oder HipHop/R&B), als auch Läden mit lateinamerikanischer Musik, in denen dann Salsa etc. getanzt wird, was hier wirklich jeder gut kann! Allgemein ist Weggehen sehr günstig, Bier und Schnaps kostet in den Clubs nicht sehr viel und wenn man nicht ganz so mexikanisch aussieht wie der Rest wird man als Mädchen sowieso auf viele Getränke eingeladen. Leider hatten wir auf einer der zahlreichen Welcomeparties ein eher unerfreuliches Erlebnis. Nachdem wir 10 Minuten in einem Club waren wurde uns in einer größeren Menschenmenge Lauras Handy aus der geschlossenen Tasche geklaut. Mittlerweile ist der Schock aber überwunden und wir haben genau so viel Spaß beim Feiern wie davor! ;)
Corona Sunset Festival, Progreso


Bis bald,

Becky & Laura

Freitag, 14. August 2015

Alles auf Anfang!

Am 04.08 kamen wir schließlich nachmittags in Cancún an und mussten von dort nochmal vier Stunden mit dem Bus nach Mérida fahren. Gegen zehn Uhr abends waren wir dann endlich in unserem neuen Zuhause angekommen.
Wir wohnen in einem Haus zusammen mit 2 weiteren Deutschen, einer Französin und einem Mexikaner.

 
Am nächsten Tag ging es dann direkt mit den Einführungstagen weiter, an welchen wir von allen Seiten empfangen wurden und unsere Fächer wählen konnten. Am Freitag fuhren wir dann zusammen mit allen Austauschstudenten zu „Chichén Itzá“, der größten Maya-Stätte in der Umgebung. Es war beeindruckend für uns zu sehen was die Maya vor so vielen Jahrhunderten erschaffen konnten. Leider war es sehr heiß, weswegen wir den anschließenden Besuch einer der vielen Cenoten Yucatáns umso mehr genossen. Cenoten sind ehemalige mit Süßwasser gefüllte Kalksteinhöhlen, bei denen die Decke eingestürzt ist. Hier in Mexiko gibt es tausende davon und wir freuen uns darauf noch weitere zu besuchen!

 
























Uni

Außer uns studieren noch etwa 2000 Mexikaner und ca. 20 weitere „Intercambios“ aus den USA, Frankreich, Spanien, Brasilien und Deutschland an der privaten Universität, alles ist also um einiges kleiner als in Deggendorf. Auch die Klassen bestehen nur aus maximal 20 Studenten (in manchen Kursen sind wir sogar nur zu 8!) und die Vorlesungen erinnern an Schulunterricht, da alles sehr interaktiv gestaltet ist. Es meldet sich allerdings niemand, sondern alle reden nur wild und laut durcheinander.
Außerdem besteht hier Anwesenheitspflicht (80% erforderlich zum Antreten der Endprüfung), man bekommt Hausaufgaben auf und schreibt außer der finalen Prüfung noch zwei Zwischenprüfungen, die ebenfalls zur Gesamtnote zählen.

Das Verhältnis zu den Professoren ist jedoch viel freundschaftlicher als in Deutschland (wir wurden sogar mit dem typisch mexikanischen Kuss auf die Wange begrüßt), da die meisten auch recht jung sind. Leider verstehen wir in den Vorlesungen noch nicht so viel, da alle sehr schnell sprechen und wir viele fachbezogene Wörter noch nicht kennen.

Die Uni selbst ist sehr schön und liegt nur eine etwa zehnminütige Busfahrt von uns entfernt. Busfahren ist hier extrem günstig und kostet nur 7$ pro Fahrt (weniger als 50ct). Allerdings gibt es hier weder Fahrpläne, noch festgelegte Haltestellen für die Busse (man stellt sich an die Straße und hofft dass der Bus anhält und dann auch noch in die richtige Richtung fährt), alles ist also ziemlich chaotisch. Wir gehen immer etwa eine dreiviertel Stunde vor Vorlesungsbeginn los und waren so bisher immer pünktlich, wobei das mit der Pünktlichkeit hier ja eh nicht so eng gesehen wird. ;)

 

Die Vorlesungszeiten sind nach Semestern unterteilt, die unteren Semester haben immer vormittags, die höheren Semester nachmittags Unterricht. Da wir nur Kurse aus dem siebten Semester belegt haben, haben wir Montag bis Donnerstag immer zwischen 15:30 & 22:00 Uhr Vorlesung.

Allerdings ist es echt schwer sich passend für die Uni anzuziehen. Auf dem Hinweg schwitzt man bei über 36 Grad total oder wird durch den heftigen Regen aufgrund der Regenzeit völlig durchnässt, während man in den Klassenräumen mega friert da durch Klimaanlagen auf etwa 17 Grad runtergekühlt wird.

Mit unseren Klassenkameraden verstehen wir uns dafür umso besser, daher gefällt uns der Uni-Alltag bisher sehr gut! :)


Becky & Laura
 

Dienstag, 4. August 2015

Road to Mexiko!

Dieser Blog ist dazu da um alle "Daheimgebliebenen" auf dem Laufenden zu halten und dient uns gleichzeitig als eine Art Tagebuch zur Erinnerung. :)

 

Vorbereitungen

Im März erhielten wir die Zusage, dass wir unser Auslandssemester in Mérida in Mexiko verbringen dürfen. Alle Vorbereitungen wie Flugbuchung, Unterkunftssuche, Beantragung des internationalen Studentenausweis, etc. erledigten wir natürlich sofort ;) und so konnten wir uns entspannt auf unsere Zeit im Ausland freuen.

Am 31.07 starteten wir dann endlich über Oslo & New York nach Mexiko!


Oslo 

Hier hatten wir (leider) nur einen kurzen Aufenthalt von 8 Stunden. Trotzdem wollten wir etwas von dieser Stadt mitnehmen und haben uns den Fjord, das angesagte Viertel Akker Brygge, den Royal Palace & den Vigelandpark angeschaut.

Eine wirklich sehr schöne Stadt, bei der sich auch ein längerer Besuch auf jeden Fall lohnen würde!



 

New York

Nach einem achtstündigen Flug ohne Essen & Trinken (fliegt niemals mit Norwegian Air!) kamen wir gegen neun Uhr Ortszeit in NYC an. Die Einreise gestaltete sich einfacher als erwartet und wir fuhren dann mit einem typischen New Yorker Taxi direkt zu Ronnie (ein Freund bei dem wir übernachten konnten). Dort fielen wir direkt todmüde ins Bett, welches wir mit einer sehr flauschigen Katze namens Cat teilten.
Die folgenden drei Tage waren geprägt von Sightseeing:
  • Hop-on/Hop-off - Stadtrundfahrt durch Manhatten & Brooklyn
  • Central Park (hier beobachteten wir den ersten Tanz eines frisch verheirateten Paars begleitet von einem Straßenmusiker :))
  • American Museum of  Natural History (bekannt aus "Nachts im Museum")
  • Times Square, Broadway & 5th Avenue
  • Freiheitsstatue
  • 9/11 Memorial & Museum
  • Rockefeller Center & Top of the Rock (Sonnenuntergang über den Dächern der Stadt - definitiv eins unserer Highlights!)
  • Chelsea Food Market & Highline Park
  • Empire State Building


 

 

Wirklich zu empfehlen, wenn man wie wir nur eine kurze Zeit in der Stadt verbringt, ist der New York Pass. Bei diesem sind alle wichtigen Sehenswürdigkeiten & verschiedene Bustouren beinhaltet und man spart sich oft lange Wartezeiten.

Auch kulinarisch kamen wir durch Donuts, Frozen Yogurt, Bagels, Fried Mac & Cheese Balls, Fried Pickles, etc. voll auf unsere Kosten!

Die Amerikaner waren generell sehr nett und hilfsbereit. Als wir am letzten Abend mit Ronnie und seinen Freunden essen waren wurden wir auch direkt von ihnen eingeladen, was unseren positiven Eindruck nur noch verstärkt hat.

Wir haben uns schon auf den ersten Blick in die Stadt verliebt und können es jedem nur ans Herz legen sie selbst einmal zu besuchen und alles persönlich auf sich wirken zu lassen (denn die Bilder werden New York wirklich nicht gerecht)! Wir werden definitiv wiederkommen!


Aber jetzt freuen wir uns erstmal auf unsere Zeit in Mexiko! :)

Becky & Laura