Freitag, 30. Oktober 2015

Ein Stückchen Heimat in Mérida :)

Diesmal steht wieder ein längerer Blogeintrag an, denn es gibt wieder einiges zu erzählen.

Zuerst einmal bekam Laura vergangen Donnerstag sehnlichst erwarteten Besuch aus Deutschland, ihre zwei besten Freundinnen hatten sich angekündigt. Natürlich zeigten wir ihnen Donnerstagabend dann auch erst einmal die mexikanische Art zu feiern und nahmen sie mit ins Tequila.
Freitag ging es dann mittags los zu einem kulturelleren Ausflug, wir fuhren zusammen mit ein paar Freunden nach Uxmal, einer bedeutenden Mayaruine etwa 100 km von Mérida entfernt. Leider hatten die Mädels das schlechte Wetter aus Deutschland mitgebracht und es regnete den ganzen Nachmittag. Der einzige Vorteil daran war, dass deswegen kaum Touristen dort waren (bis auf ein paar Japaner natürlich, die dürfen schließlich nirgendwo fehlen) und wir quasi das ganze Gelände für uns hatten. Uxmal selbst liegt mitten im Nirgendwo und gefiel uns sogar besser als Chichen, da es aus vielen größeren Ruinen besteht die man auch besteigen darf. Anschließend aßen wir in einem naheliegenden Restaurant, für uns beide gab es vegetarisches Ceviche, dass ein mexikanischer Freund mitgebracht hatte (sehr lecker, dieses Mal mit Blumenkohl anstatt mit Pilzen).



In der folgenden Nacht brachen wir um 2 Uhr mit dem Bus auf nach Bacalar, einer Lagune in Quintana Roo, etwa 6 Stunden von Mérida entfernt. Davor stand in unserem Haus die Geburtstagsfeier einer Freundin an, weshalb wir in dieser Nacht nicht viel Schlaf bekamen. In Bacalar angekommen machte uns der Regengott Chaac der Mayas wieder einen Strich durch die Rechnung, denn es schüttete wie aus Kübeln und der geplante Campingausflug fiel somit im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser. Die Rückfahrt gestaltete sich dann allerdings etwas actionreicher als gedacht, da unser Busfahrer durch die Übermüdung seine Augen kaum noch offen halten konnte und erst nach mehrmaligen Nachfragen zustimmte, uns das Steuer zu überlassen. Die restliche Strecke wechselten wir uns mit dem Fahren ab, was aber aufgrund der geraden Strecke kein Problem war.

Der Ersatzausflug am Sonntag führte uns dann nach Calcehtok, der tiefsten Höhle Yucatáns. Dort angekommen starteten wir unseren Abstieg tief unter die Erde(der tiefste Punkt den wir erreichten waren ca. 300m unter der Erdoberfläche). Trotz der Tiefe war es in der Höhle aufgrund der Lufftfeuchtigkeit ziemlich warm und wir kamen nicht nur wegen der Anstrengung ins Schwitzen. Unser Weg führte durch einige enge Felsspalten und über erdige Rutschbahnen, zum Glück hatte man uns vorgewarnt ältere Kleidung zu tragen, denn das was wir an diesem Tag trugen, kann man jetzt wahrlich nicht mehr nutzen. In der Höhle hielten sich früher Maya vor den Spaniern versteckt und es war faszinierend zu erfahren, dass die engen und verschlungenen Wege über die wir in dem Moment gingen vor Jahrhunderten auch von den Mayas benutzt wurden. Auf unserer Route konnten wir deshalb neben verschiedenen Gebilden aus Quarz, auch noch sehr gut erhaltene Gefäße der Maya begutachten. Alles in allem, waren wir dann aber auch froh als wir nach der dreistündigen Tour wieder Tageslicht erblickten, aber trotzdem sehr stolz auf uns, dass wir dieses Abenteuer mitgemacht hatten. Anschließend kühlten wir uns noch in einer, diesmal geschlossenen und deshalb auch eher höhlenartigen, Cenote ab und machten uns dann auf den Heimweg. Zu Hause gingen wir dann noch in ein mexikanisches Restaurant, bevor wir, geschafft vom Tag, in unsere Betten fielen.


Uns wurde gesagt, der Schlamm wäre gut für die Haut..
 Am Montag machte Laura mit ihren Freundinnen aus Deutschland noch eine Sightseeing Tour durch das historische Zentrum von Mérida. Allein der Bus der hierbei benutzt wurde war schon faszinierend, eher ein älteres Semester, ohne Fenster, aber ganz bunt angemalt. Während der Tour fuhren wir die Hauptattraktionen von Mérida ab, neben der Hauptkathedrale(Cathedral de San Idelfonso) und zahlreichen anderen Kirchen, natürlich auch das Monumento a la bandera und viele alte Stadtvillen im spanischen Kolonialstil, die teilweise heute noch von den reichsten Familien Méridas bewohnt werden. Insgesamt ist eine Stadttour durch Mérida in den sogenannten Gua Guas(Name der Busse.) sehr zu empfehlen, da man selbst wenn man hier für längere Zeit ist noch versteckte, aber wunderschöne Seiten an Mérida entdeckt.

Am selben Tag machten wir noch einen weiteren Ausflug, dieses Mal aber mit unserer Universität. Während des Unterrichts ging es mit demselben Professor und Kurs, mit dem wir zuvor schon einmal eine Cenote besucht hatten, an ein Sumpfgebiet in dem man junge Krokodile beobachten kann. Mit langer Kleidung, Mückenspray und Taschenlampen bewaffnet machten wir uns also am Montagabend auf die Suche. Nach kurzer Zeit wurden wir auch fündig und entdeckten unweit vom Ufer ein ca. 50cm langes Babykrokodil, welches sich jedoch nicht wirklich von unserer Anwesenheit beirren lies. Kurze Zeit später mussten wir dann aber leider wieder umdrehen, da auf einmal zwei Polizisten hinter uns auftauchten. Den beiden war es komisch vorgekommen, dass zwei Autos an einem Montag um circa 20:00 Uhr an der Straße vor einem verlassenen Sumpf parkten und hatten daraus geschlossen, dass wir entweder eine Leiche entsorgen wollten oder einen Drogendeal abhielten (Mexiko..). Nach einigem Hin und Her konnte unser Professor die mittlerweile acht, mit Maschinengewehren bewaffneten Polizisten dann doch davon überzeugen dass es sich nur um einen Schulausflug handelte und wir durften nach Hause fahren. Wir sind uns allerdings nicht ganz sicher, ob er ihnen Geld bezahlt hat dass sie uns fahren ließen. Die Polizisten hier sind sehr korrupt und lassen keine Möglichkeit aus, sich mehr Geld in die eigenen Taschen zu stecken.

Am Dienstagabend hieß es dann, nach einem langen Shoppingtag, Abschied nehmen für Laura und ihre Mädels. Die beiden flogen am Abend über Cancún und Mexiko Stadt wieder zurück nach Deutschland. Zwar hatten sie leider ein bisschen Pech mit dem Wetter, trotzdem konnten wir aber schöne Tage miteinander verbringen, die auch Heimatgefühle aufkommen ließen.

So das war`s für diesen Eintrag.


Bis demnächst,

Becky & Laura

Donnerstag, 15. Oktober 2015

Halbzeit!

Kaum zu glauben, dass die Hälfte unseres Semesters in Mérida tatsächlich schon vorbei ist.. Die Zeit vergeht hier wirklich wie im Flug. Wir wünschten, wir könnten sie anhalten um länger hierzubleiben, denn wir haben uns wirklich voll und ganz in Mérida und allgemein in Mexiko verliebt!

Weiter im Text. Vergangenes Wochenende stand ein Ausflug der anderen Art an. Wir wurden gefragt ob wir an einem Tagestrip zu einem Dorf in der Nähe teilnehmen wollten, bei dem die Organisationen "Mexplorando", die Firma "UNE" und unsere Universität einen Tag mit den Kindern verbringen wollten. Natürlich sagten wir zu und waren gespannt darauf, wieder eine andere Seite des Landes kennenzulernen.

Geplanter Treffpunkt am Samstag war neun Uhr. Das Aufstehen gestaltete sich schwieriger als gedacht, da wir uns am Abend zuvor spontan zum weggehen entschlossen hatten und deswegen weniger Schlaf bekommen hatten als eigentlich geplant. Nichts desto trotz fanden wir uns pünktlich am Treffpunkt ein und bezahlten diesen Fehler direkt mit eineinhalb Stunden warten (diesmal kam der Busfahrer zu spät). Langsam sollten wir wirklich was dazu lernen..

Während der Fahrt durchquerten wir Wald und Wiesen über sehr holprige Straßen und auch verschiedene andere Dörfer. Dabei wurde uns wieder die große Schere zwischen Arm und Reich bewusst, die es hier in Mexiko gibt. In Mérida gibt es Straßen mit unglaublich luxuriösen Villen, während die Leute in den Dörfern teilweise in Hütten mit Strohdächern wohnen.
"Unser" Dorf hieß Mucuiche. Wir fanden uns auf einem großen (glücklicherweise auch überdachtem) Platz ein und innerhalb von zehn Minuten waren wir umringt von aufgeregten Kindern. Danach verbrachten wir den halben Tag damit, Spiele mit ihnen zu spielen und verteilten am Ende auch Geschenke. Die glücklichen Gesichter der Kinder zu sehen war unbeschreiblich und es war auf jeden Fall eine besondere und ganz neue Erfahrung.

#SomosUNEyMexplorando
#SomosUNEyMexplorando

 
Danach verließen wir das Dorf und fuhren noch weiter zu einer Cenote im Nachbardorf, die einfach mitten zwischen den Häusern gelegen war. Diese war bisher die mit dem wohl klarsten Wasser und wir trafen auch Taucher die gerade auf dem Heimweg waren (tauchen in einer Cenote will Becky unbedingt auch noch ausprobieren!). Wir entspannten uns eine Weile im kühlen Wasser (es war natürlich auch wieder unglaublich heiß gewesen) und traten anschließend den Heimweg an.

(Mal noch etwas anderes.. Leider sahen wir auf diesem Ausflug auch wieder viele streunende Hunde und Katzen, was in Mexiko leider total normal ist. Auch auf dem Parkplatz 'unseres' Einkaufszentrums in Mérida treffen wir jeden Abend nach der Uni abgemagerte Hunde an, die aber auch sofort weglaufen sobald man sich ihnen nähert (die Menschen hier bewerfen sie oft mit Steinen, da sie Angst haben dass sie ihnen Essen stehlen). Uns stimmt das ganze jedes Mal wieder sehr traurig, aber wir haben leider keine Möglichkeit etwas dagegen zu tun..)

Nach unserer Rückkehr und einer kurzen Siesta ging es dann abends noch auf das "richtige" Oktoberfest Méridas, welches jährlich auf einem großen Platz unter anderem von der Firma Corona veranstaltet wird. Diesmal gab es sogar eine deutsche Band die deutsche Lieder spielte! Wir feierten und tanzten zusammen mit unseren internationalen Freunden zu "Atemlos" und Franziskanerbier. Das einzige was uns etwas verwirrte war der Auftritt einer Gruppe die Schuhplattln vorführte, was uns aber eher an Ballett erinnerte! Lustig anzusehen war es aber allemal.




So, soviel zu unserer Woche.
Bis demnächst,

Becky & Laura

Freitag, 9. Oktober 2015

Die Zeit vergeht ...

So, nach längerer Zeit kommt wieder mal ein Blogeintrag von uns. Nach unserer letzten Reise (Cozumel), ging es direkt mit dem Ernst des Lebens weiter: die ersten Parciales (Zwischenprüfungen) standen an, welche uns auch die letzten Wochen beschäftigt hielten. Im Endeffekt hatten wir uns alles aber schlimmer vorgestellt als es letztendlich war und wir bestanden alle Fächer sogar mit sehr guten Noten.

Am Wochenende vom 25. bis 27. September ging es dann zum Zelten an den Strand. Wir fuhren Samstagvormittag mit geschlagenen eineinhalb Stunden Verspätung (einer der Fahrer hatte verschlafen) los und erreichten Mittags den Strand in San Crisanto. Den Campingplatz fanden wir mehr durch Glück als durch Verstand, da nur ein winziges Schild am Straßenrand auf ihn aufmerksam machte. Angekommen schlugen wir unsere Zelte unter Palmen auf und verbrachten den Nachmittag mit Volleyball, Fußball und Schwimmen.




Abends gab es ein Lagerfeuer und alle saßen bei Mondlicht, Musik & Bier bis spät in die Nacht zusammen. Viel Schlaf bekam niemand in dieser Nacht, da unsere einzigen Mitcamper bis morgens um 6 auf ihren Bongos spielten und es bereits um 9 Uhr viel zu heiß war um länger im Zelt bleiben zu können. Deshalb verbrachten wir den Sonntagnachmittag, wieder in Mérida angekommen, auch nur im Bett. Die nächsten Tage hatten alle mit den Nachwirkungen des Trips zu kämpfen, da alle furchtbar von widerlich kleinen Strandmücken zerstochen wurden.
Aktuell geht hier eine Krankheit um, die sich "Chikunguya" nennt. Symptome sind unter anderem Fieber, Schwindel,.. aber das wohl schlimmste: man darf anschließend 6 Monate keinen Alkohol trinken. Deswegen sind jetzt alle am zittern und hoffen dass sie die Krankheit nicht bekommen :D

In der folgenden Woche waren wir, wie gesagt, dann nur mit unseren Parciales beschäftigt ...
Nachdem wir aber am Donnerstag (1.10) unsere letzte Prüfung hinter uns gebracht hatten, feierten wir dies noch am selben Tag gebührend im Tequila(unser Lieblingsclub hier in Mérida, in dem es immer von 23:00 Uhr bis 02:00 Uhr barra libre gibt).



Letztes Wochenende blieben wir mal wieder komplett in Mérida. Freitag stand ein mexikanisches Oktoberfest an, veranstaltet vom "Bierhaus", einem deutschen Restaurant. Dort gönnten wir uns unsere erste Breze seit zweieinhalb Monaten! Diesen unglaublichen Moment müssen wir wohl auch nicht näher erläutern. Ansonsten hatte die Veranstaltung nicht viel mit dem Oktoberfest gemein, es gab nur Bier in Dosen oder Flaschen und draußen auch keine Musik. Allerdings hatten wir wegen unseres europäischen Aussehens auch gleich Fans, die "unauffällig" Fotos von uns machten und uns durchgehend anstarrten, was sie nach einigen freundlichen Aufforderungen aber großzügigerweise unterließen. Trotzdem verbrachten wir einen schönen Abend.

 

Samstagmorgen besuchten wir ein vegetarisches Festival im Zentrum (wir konnten zuerst auch nicht glauben dass es sowas im fleischliebenden Mexiko gibt) und probierten viele leckere Sachen wie zum Beispiel Ceviche, ein sehr beliebtes Gericht aus rohem Fisch (normalerweise, in unserem Fall mit Champignons), Zwiebeln, Tomaten und Limettensaft. Satt und glücklich ging es am Nachmittag dann auf die Pool-Geburtstagsfeier eines Freundes und abends noch in einen Club(natürlich mal wieder ins Tequila :D). Sonntag waren wir dann aber zu müde um das Haus zu verlassen und verbrachten den Nachmittag deshalb entspannt bei uns am Pool.



 
Was wir unbedingt noch anmerken müssen, bevor wir uns für dieses Mal verabschieden, ist, dass seit Ende September an verschiedenen Orten schon Weihnachtsdekoration angebracht ist!!! Drei Monate vor dem eigentlichen Fest und das bei immer noch guten 35° ... Aber: ES MEXICO, todo es posible aqui. ;)

 
Das wars leider schon wieder von uns. In den nächsten Wochen gibt es dann wieder mehr & spannendere Dinge zu berichten, denn es stehen wieder einige Ausflüge & Ereignisse an ...


Bis dann,

Becky & Laura

P.S Wir haben euch noch gar nicht unseren neues Haustier vorgestellt! Gestatten, Roberto-Nils:


Ein Opossum, das unsere Küche nachts besucht und von unserem mexikanischen Mitbewohner heiß und innig geliebt und immer mit neuem Essen begrüßt wird (was vermutlich der Grund ist warum er immer wieder kommt). Er ist uns auf jeden Fall lieber als die Kakerlaken, die wir leider auch ab und an bei uns vorfinden (lässt sich hier leider nicht vermeiden).