Zuerst einmal bekam Laura vergangen Donnerstag sehnlichst erwarteten Besuch aus Deutschland, ihre zwei besten Freundinnen hatten sich angekündigt. Natürlich zeigten wir ihnen Donnerstagabend dann auch erst einmal die mexikanische Art zu feiern und nahmen sie mit ins Tequila.
Freitag ging es dann mittags los zu einem kulturelleren Ausflug, wir fuhren zusammen mit ein paar Freunden nach Uxmal, einer bedeutenden Mayaruine etwa 100 km von Mérida entfernt. Leider hatten die Mädels das schlechte Wetter aus Deutschland mitgebracht und es regnete den ganzen Nachmittag. Der einzige Vorteil daran war, dass deswegen kaum Touristen dort waren (bis auf ein paar Japaner natürlich, die dürfen schließlich nirgendwo fehlen) und wir quasi das ganze Gelände für uns hatten. Uxmal selbst liegt mitten im Nirgendwo und gefiel uns sogar besser als Chichen, da es aus vielen größeren Ruinen besteht die man auch besteigen darf. Anschließend aßen wir in einem naheliegenden Restaurant, für uns beide gab es vegetarisches Ceviche, dass ein mexikanischer Freund mitgebracht hatte (sehr lecker, dieses Mal mit Blumenkohl anstatt mit Pilzen).
In der folgenden Nacht brachen wir um 2 Uhr mit dem Bus auf nach Bacalar, einer Lagune in Quintana Roo, etwa 6 Stunden von Mérida entfernt. Davor stand in unserem Haus die Geburtstagsfeier einer Freundin an, weshalb wir in dieser Nacht nicht viel Schlaf bekamen. In Bacalar angekommen machte uns der Regengott Chaac der Mayas wieder einen Strich durch die Rechnung, denn es schüttete wie aus Kübeln und der geplante Campingausflug fiel somit im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser. Die Rückfahrt gestaltete sich dann allerdings etwas actionreicher als gedacht, da unser Busfahrer durch die Übermüdung seine Augen kaum noch offen halten konnte und erst nach mehrmaligen Nachfragen zustimmte, uns das Steuer zu überlassen. Die restliche Strecke wechselten wir uns mit dem Fahren ab, was aber aufgrund der geraden Strecke kein Problem war.
Der Ersatzausflug am Sonntag führte uns dann nach Calcehtok, der tiefsten Höhle Yucatáns. Dort angekommen starteten wir unseren Abstieg tief unter die Erde(der tiefste Punkt den wir erreichten waren ca. 300m unter der Erdoberfläche). Trotz der Tiefe war es in der Höhle aufgrund der Lufftfeuchtigkeit ziemlich warm und wir kamen nicht nur wegen der Anstrengung ins Schwitzen. Unser Weg führte durch einige enge Felsspalten und über erdige Rutschbahnen, zum Glück hatte man uns vorgewarnt ältere Kleidung zu tragen, denn das was wir an diesem Tag trugen, kann man jetzt wahrlich nicht mehr nutzen. In der Höhle hielten sich früher Maya vor den Spaniern versteckt und es war faszinierend zu erfahren, dass die engen und verschlungenen Wege über die wir in dem Moment gingen vor Jahrhunderten auch von den Mayas benutzt wurden. Auf unserer Route konnten wir deshalb neben verschiedenen Gebilden aus Quarz, auch noch sehr gut erhaltene Gefäße der Maya begutachten. Alles in allem, waren wir dann aber auch froh als wir nach der dreistündigen Tour wieder Tageslicht erblickten, aber trotzdem sehr stolz auf uns, dass wir dieses Abenteuer mitgemacht hatten. Anschließend kühlten wir uns noch in einer, diesmal geschlossenen und deshalb auch eher höhlenartigen, Cenote ab und machten uns dann auf den Heimweg. Zu Hause gingen wir dann noch in ein mexikanisches Restaurant, bevor wir, geschafft vom Tag, in unsere Betten fielen.
Am Montag machte Laura mit ihren Freundinnen aus Deutschland noch eine Sightseeing Tour durch das historische Zentrum von Mérida. Allein der Bus der hierbei benutzt wurde war schon faszinierend, eher ein älteres Semester, ohne Fenster, aber ganz bunt angemalt. Während der Tour fuhren wir die Hauptattraktionen von Mérida ab, neben der Hauptkathedrale(Cathedral de San Idelfonso) und zahlreichen anderen Kirchen, natürlich auch das Monumento a la bandera und viele alte Stadtvillen im spanischen Kolonialstil, die teilweise heute noch von den reichsten Familien Méridas bewohnt werden. Insgesamt ist eine Stadttour durch Mérida in den sogenannten Gua Guas(Name der Busse.) sehr zu empfehlen, da man selbst wenn man hier für längere Zeit ist noch versteckte, aber wunderschöne Seiten an Mérida entdeckt.
Am selben Tag machten wir noch einen weiteren Ausflug, dieses Mal aber mit unserer Universität. Während des Unterrichts ging es mit demselben Professor und Kurs, mit dem wir zuvor schon einmal eine Cenote besucht hatten, an ein Sumpfgebiet in dem man junge Krokodile beobachten kann. Mit langer Kleidung, Mückenspray und Taschenlampen bewaffnet machten wir uns also am Montagabend auf die Suche. Nach kurzer Zeit wurden wir auch fündig und entdeckten unweit vom Ufer ein ca. 50cm langes Babykrokodil, welches sich jedoch nicht wirklich von unserer Anwesenheit beirren lies. Kurze Zeit später mussten wir dann aber leider wieder umdrehen, da auf einmal zwei Polizisten hinter uns auftauchten. Den beiden war es komisch vorgekommen, dass zwei Autos an einem Montag um circa 20:00 Uhr an der Straße vor einem verlassenen Sumpf parkten und hatten daraus geschlossen, dass wir entweder eine Leiche entsorgen wollten oder einen Drogendeal abhielten (Mexiko..). Nach einigem Hin und Her konnte unser Professor die mittlerweile acht, mit Maschinengewehren bewaffneten Polizisten dann doch davon überzeugen dass es sich nur um einen Schulausflug handelte und wir durften nach Hause fahren. Wir sind uns allerdings nicht ganz sicher, ob er ihnen Geld bezahlt hat dass sie uns fahren ließen. Die Polizisten hier sind sehr korrupt und lassen keine Möglichkeit aus, sich mehr Geld in die eigenen Taschen zu stecken.
Am Dienstagabend hieß es dann, nach einem langen Shoppingtag, Abschied nehmen für Laura und ihre Mädels. Die beiden flogen am Abend über Cancún und Mexiko Stadt wieder zurück nach Deutschland. Zwar hatten sie leider ein bisschen Pech mit dem Wetter, trotzdem konnten wir aber schöne Tage miteinander verbringen, die auch Heimatgefühle aufkommen ließen.
So das war`s für diesen Eintrag.
Bis demnächst,
Becky & Laura



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